Hans: Schau mal, was da in der Zeitung steht. Das ist ja kaum zu glauben: Die FDP fordert, die Politikerinnen und Politiker des Bundestags nach Leistung zu bezahlen.
Emil: Das wäre aber sehr unmenschlich, so viele Politikerinnen und Politiker verhungern zu lassen!
Die ernste Seite des Witzes: Das Leistungsprinzip ließe sich sofort einführen. Die Wahlzettel müßten nur um die Wahlmöglichkeit „Leer“ erweitert werden. Die Bürger könnten dann endlich bestimmen, wie viele Sitze im Bundestag leer bleiben, statt sich für eine „Alternative“ zu entscheiden, die sie nicht wollen oder gleich nicht zu wählen.
Auf die Qualität der Politik hätte dies nur Vorteile. Der jetzige Zustand erlaubt es den Parteien, sich bequem einzurichten. Obwohl bei Wahlen die Nichtwähler seit langem die größte Partei sind, übt das auf die Parteien keinen wirklichen Druck aus. Die große Zahl der Nichtwähler zeigt nur die Verdrossenheit mir der herrschenden Politik. Auf die Dauer gefährdet dies die Demokratie. Eine Reform des Wahlrechts ist deshalb unerläßlich. Die Unzufriedenheit der Bürger muß endlich für die Parteien spürbar werden.



